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Adelsgesellschaften Teil 2

Anzahl und Größe der Gesellschaften

Die Zahl der Gesellschaftsgründungen stieg zum Ende des 14. Jahrhunderts steil an. Sie fiel nach dem ersten Jahrzehnt des 15. Jahrhunderts stark
ab und erreichte um 1440 einen weiteren Höhepunkt.
Ein letzter Höhepunkt lag dann in den neunziger Jahren des 15. Jahrhunderts. Dies war die Zeit der großen „Vier-Lande-Turniere“. Anfang des 16. Jahrhunderts brach die Gründungswelle ab.
Die Gesellschaften verschwanden weitgehend und die Niederadeligen konstituierten sich in der Freien Reichsritterschaft.

Es gab Gesellschaften, die nie mehr als vier Genossen hatten („Einhorn und Jungfrau“) oder wie der „Sittich“ eine Vereinigung von vier Fürsten darstellten. Gerade diese Vereinigung von Fürsten macht deutlich, wie sehr sich der genossenschaftliche Gedanke bei nicht hierarchischen Vereinigungen durchgesetzt hatte. Andere, wie die „Löwengesellschaft“, oder „St. Jörgenschild“ hatten 120 beziehungsweise fast 200 Mitglieder.

Eine besondere Anwendung des genossenschaftlichen Vereinigungsprinzips fand sich innerhalb der Burggrafschaft Friedberg
auf der Burg Friedberg. Hier wurde das genossenschaftliche Prinzip zur Binnenorganisation einer fest umrissenen, an einen festen Ort gebundenen Gruppe genutzt: den Ganerben der Burg.
Zunächst, um 1367, fand sich dort die Gesellschaft der „Grunen Minne“ zusammen, von der man über Altarstiftungen Kenntnis hat. 1384 bildete sich eine weitere Gesellschaft, die Gesellschaft „vom Mane“ (Mond).
Beide Gesellschaften verbanden sich und gingen 1387 in einer Bruderschaft auf. Hundert Jahre später vereinigten sich die Burgmannen vor dem 26. August 1492 zur „Fraternitas equestris S. Georgii“.
Die Gesellen trafen sich regelmäßig am Montag nach Fronleichnam in
der Burgkapelle zu Messen und Vigilien für die Verstorbenen.
In der anschließenden Kapitelversammlung wurden auch organisatorische Angelegenheiten der Ganerbenschaft geregelt.

Geographische Verbreitung

Die geographische Verbreitung der Gesellschaften spiegelt das Kulturgefälle und die Verfassungswirklichkeit des Reiches wider.
In den restlichen westeuropäischen Ländern entwickelte sich der moderne Territorialstaat durch die Ausschaltung beziehungsweise Vereinnahmung der regionalen Kräfte als Vereinigungswerk der Könige. Im Reich waren es die mächtigen Territorialfürsten, die ein solches Vereinigungswerk auf beschränktem Raum vorantrieben. Der Prozess setzte aber viel später ein und kam eigentlich erst mit dem Ende des Heiligen Römischen Reichs zum Abschluss. Dort wo sich solche Territorialfürsten nicht durchsetzen konnten, ergaben sich Nischen für eine eigenständige Politik weniger starker Mächte. Hier etablierten sich die Städtebünde, aber auch die hier betrachteten Adelsgesellschaften.

Dort, wo es festgefügte Landesherrschaften gab, finden sich deshalb wenige oder keine Adelsgesellschaften, hingegen viele, wo sich in den „Schütterzonen der öffentlichen Gewalt“ die Unabhängigkeit des Adels behaupten konnte. Sie fehlten im Norden und Osten fast ganz (Ausnahme „Leoparden von 1387“ und „Eidechsengesellschaft von 1397“).

Der mitteldeutsche Raum – Westfalen, Braunschweig-Lüneburg, Sachsen, Meißen, Schlesien, österreichische Länder und Bayern – stellte eine Übergangszone dar, in der vereinzelt Adelsgesellschaften anzutreffen waren.

Gehäuft traten sie entlang des Rheins (Ober-, Mittel- und auch Niederrhein) und besonders in Schwaben und Franken auf.

Auf dem Gebiet der heutigen Schweiz, wo sich die genossenschaftliche Vereinigung auf einer anderen Ebene vollzog, fehlten sie ganz.
Der dortige Adel fand sich anfangs noch in den schwäbischen Adelsgesellschaften wieder, später verlagerte er seinen Lebensmittelpunkt entweder nördlich des Bodensees und Rheins oder er trat der Eidgenossenschaft bei.

Die frühen Gesellschaften des 14. Jahrhunderts

Die geschichtliche Entwicklung und die geographische Verteilung der Adelsgesellschaften spiegelt die Verfassungsgeschichte des Heiligen Römischen Reichs zu jener Zeit wider. So fiel der erste Gründungshöhepunkt mit der Auseinandersetzung um die Krone des Reichs zwischen den Häusern Habsburg, Wittelsbach und Luxemburg zusammen. Die Könige Ludwig der Bayer, Friedrich der Schöne und Karl IV. betrieben eine intensive Hausmachtpolitik, die Fürsten und aufstrebenden Territorialstaaten versuchten sich in diesen Auseinandersetzungen ebenfalls zu positionieren und der Niedere Adel und die Städte mussten sich durch eine geschickte Bündnispolitik in diesem Geflecht behaupten. Hinzu kam die Instrumentalisierung des Abendländischen Schismas in diesem Machtkampf. Eine bedeutende Rolle spielte hierbei der Gegenpapst Clemens VII.

Beispielhaft für diese Phase war die ältere „Gesellschaft mit dem Lewen“ vom 17. Oktober 1379. Ausgehend von den Grafen von Nassau und den Grafen von Katzenelnbogen, rekrutierte sie sich aus Anhängern des Gegenpapstes Clemens VII. Ausgehend von einer Verbindung von
17 Grafen, Herren und Geistlichen in der Wetterau dehnte sich die Gesellschaft bald über den gesamten südwestdeutschen Raum aus und musste, ab Frühjahr 1389 in sechs Teilgesellschaften, Lothringen, Franken, Niederlande, Schwaben, Elsass und Breisgau aufgeteilt werden.
Im Umfeld der Grafen von Helfenstein entstand eine weitere eigenständige „Gesellschafft mit sant Wilhalmen“, welche die Statuten
der „Löwen“ wortwörtlich übernahm und sich am 1. März 1381 mit diesen verbündete. Am 8. März 1381 verband sich die „Gesellschaft mit Sankt Wilhelm“ mit der fränkischen „geselschaft mit sant Gyren“.

Als Reaktion kam es zur Gründung des Süddeutschen Städtebundes.
Es kam zu ausgedehnten Kampfhandlungen, bis am 9. April 1382 unter Vermittlung von Herzog Leopold von Österreich der Landfrieden von Ehingen geschlossen wurde.

Einzigartig an dieser Konstellation war die planvolle Ausdehnung und die Einrichtung einer funktionierenden Struktur von Teilgesellschaften.
So konnte zum Beispiel im Zuge der Fehdehilfe frei auf dem Gebiet der „Tochtergesellschaften“ operiert werden.

Die Adelsgesellschaften zwischen Verbot und Förderung

Das Kräftespiel König–Fürsten–Städte–Niederer Adel zeigt sich auch in
den Verbots-/Legitimationskonjunkturen. Kaiser Karl IV. verbot 1356 im Artikel 15 der Goldenen Bulle sowohl Städtebündnisse als auch Adelsgesellschaften. 1372 verbot er namentlich die „Krone“.
König Wenzel verbot 1395 die „
Schlegler“. Sigismund hingegen legitimierte 1422 und 1431 die Gesellschaften und versuchte sie in seine Landfriedenspolitik einzubinden. Friedrich III. verbot zwar 1467 mit ausdrücklichem Verweis auf die Goldene Bulle das von Sigismund 1431 bestätigte „Einhorn“, aber er und sein Nachfolger Maximilian banden gerade den „St. Jörgenschild“ sehr aktiv in ihre Reichsreformpolitik ein.
Die „Schwanengesellschaft“ wurde sogar, analog zu den bekannten westeuropäischen Hoforden, vom Papst legitimiert.

Die Adelsgesellschaften im 15. Jahrhundert

Den Höhepunkt der überregionalen Gesellschaften und auch deren langlebigste stellte der „Sankt Jörgenschild“ dar. Die Gesellschaft konstituierte sich am 11. September 1406 als Vereinigung im Bodenseegebiet und in Südschwaben ansässiger Adeliger zur Vermeidung der vielen Rechtsstreitigkeiten untereinander. Die Gesellschaft wurde immer nur auf eine beschränkte Zeit geschlossen, aber durch die entsprechenden Erneuerungen dauerte sie bis zur Einrichtung der Reichsritterschaft in den vierziger Jahren des 16. Jahrhunderts an.

Bereits in den ersten Bundbriefen 1407 und 1408 wurde die Abwehr der aufständischen Appenzeller als Vereinigungsgrund genannt. Die Gesellschaft erhielt die Einwilligung von König und Kirche zur Bundschließung. Der Erfolg in dieser Auseinandersetzung führte zur Gründung weiterer Teilgesellschaften mit identischen Bundesbriefen.

Das von den Hauptleuten, ab 1463 von einem Rat geführte Schiedsgericht, erlangte eine zunehmende, auch externe, Autorität, so dass es auch von Nichtmitgliedern angerufen wurde. Bereits am 14. März 1426 erhielt die Gesellschaft das Privileg zur Aufnahme von Eigen- und Vogtleuten und
den Gerichtsstand der armen Leute. Dieses privilegierte Schiedsgericht wurde nochmals in der Goldenen Bulle von 1431 bestätigt.
Ab diesem Zeitraum stand der Grundsatz im Bundesbrief: „…da(ß) sie
als Glieder beim heiligen Reiche bleiben mügen, St. Georg, der Kirche,
dem Reiche und ihren Landen zu Ehren und zur Stärkung, zur Nutz, zu Frieden und Gemach“.
Aus solchen Aussagen wurde, zum Beispiel von Roth von Schreckenstein, geschlossen, dass sich hier das Bewusstsein einer freien Reichsritterschaft herausbildete.

Bereits 1422 war der Gesellschaft von König Sigismund das Privileg der freien Bündniswahl zugestanden worden, das von Friedrich III. nach seiner Krönung 1440 bestätigt wurde. Deshalb ging die „Gesellschaft mit Sankt Jörgenschild“ auch vielfältige Bündnisse mit anderen Gesellschaften und Städten ein. Bei der Gründung des Schwäbischen Bundes 1488 wurde maßgeblich auf die Organisationsstruktur der Gesellschaft zurückgegriffen. Die Niederadeligen waren, vertreten durch die Gesellschaft, Mitglied des Bundes. Diese Konstruktion erlaubte es, dass die Niederadeligen auf Augenhöhe mit den anderen Ständen, insbesondere den Fürsten verhandeln konnten. Die Gesellschaft ging nicht im Schwäbischen Bund auf, sondern bestand über dessen Ende hinaus weiter fort.

Die „Gesellschaft mit Sankt Jörgenschild“ stellte einen Wendepunkt in der spätmittelalterlichen Landfriedenspolitik dar. Auch andere Gesellschaften wurden von diesem Zeitpunkt an zunehmend als Partner in Landfriedensbündnisse aufgenommen. Kenntnis über einige dieser Gesellschaften besteht sogar einzig durch ihre Erwähnung in solchen Landfriedensbündnissen, wie zum Beispiel die „Gesellschaft mit dem Rüden“ im Gebiet des Oberrheins zwischen Säckingen und Rastatt. Andererseits zeigen sich in dieser Zeit aber auch die Grenzen für diese Gesellschaften in den Gebieten, in denen eine starke Anbindung an einen Fürsten bestand. Der Gestaltungsspielraum für den landsässigen Adel schränkte sich immer mehr ein. Aber auch die Landesherren bemühten sich in einigen Fällen, die Gesellschaften für ihre Zwecke zu instrumentalisieren, so Herzog Friedrich von Österreich, der die „Gesellschaft mit Sant Georgen und Sant Wilhelms Schild“ in seinen Kampf gegen die Eidgenossen einband.

Die begrenzten Möglichkeiten des in eine Landesherrschaft eingebundenen Niederadels, seine Standesinteressen mit Hilfe einer Gesellschaft zu sichern, werden auch bei der „Geselschaft vom Aingehürn“ (23.April 1428) deutlich. Diese Adeligen aus dem Straubinger Land, dem Bayerischen Wald und der Oberpfalz schlossen sich zur Abwehr gegen die Hussiten zusammen. Zur Durchsetzung ihrer eigenen Rechte verbündeten sie sich 1430 auch mit der fränkischen Ritterschaft und mit der „Gesellschaft mit Sankt Jörgenschild“, also der reichsfreien Ritterschaft. In der Zeit der Nachfolgewirren im Hause Wittelsbach schien die Hoffnung des Adels auf eine Loslösung von den Fürsten sich zu bestätigen. Erst 1466, am 16. Oktober, fand eine Erneuerung der Gesellschaft statt. Herzog Albrecht baute zu dieser Zeit seine Position in Bayern aus. Als dessen Bruder Christoph, der Albrecht seine Stellung streitig machte, in die Gesellschaft aufgenommen wurde – gegen Protest aus den eigenen Reihen –, schürte Albrecht mit Unterstützung Ludwigs von Bayern-Landshut und der Pfalzgrafen Friedrich und Otto den Widerstand gegen die Gesellschaft. Ein Jahr darauf, am 19. Oktober 1467, erfolgte das kaiserliche Verbot der Gesellschaft. Die Gesellschaft löste sich auf, der Bundesbrief wurde zerschnitten und die Siegel an die Gesellen zurückgegeben. Der Konflikt war aber noch nicht beendet und setzte sich im sogenannten Böcklerkrieg fort.
Auch die Gründung der „Gesellschaft von dem Leon“ war ein solcher Versuch, gegen die Mediatisierungsbestrebungen der Fürsten an einer genossenschaftlich organisierten Selbstverwaltung festzuhalten.

Einer der Gründe für das Ende der Gesellschaften war die Reformation. Die bruderschaftliche Frömmigkeit, das an feste Andachtsstätten und Altäre gebundene Ritual, kollidierte zunehmend mit den individuellen Glaubensentscheidungen der Genossen. Selbst wenn protestantische Genossen weiterhin an dem sozialen Netzwerk einer brüderlichen Gemeinschaft partizipieren wollten, so waren die Messfeiern für sie kein geeignetes Mittel mehr. Auch akzeptierten katholische Bischöfe bald
keine protestantischen Patronatsherren für Altar- und Kirchenstiftungen mehr. Umgekehrt waren katholische Messfeiern in protestantisch gewordenen Gotteshäusern undenkbar. Ein weiterer Grund war, dass der Exklusivitätsanspruch einiger Gesellschaften nicht mehr aufrechterhalten werden konnte. Die strenger gewordene Ahnenprobe und der materielle Aufwand (Rüstung, Turnierpferd, Beiträge, Hofhaltung …) konnten von vielen Adeligen nicht mehr geleistet werden oder wurden nicht mehr akzeptiert. Es setzte eine Überalterung in den Gesellschaften ein. Politische Forderungen konnten jetzt besser in anderen Zusammenschlüssen durchgesetzt werden, die weniger elitär ausgerichtet waren. Mit der Einrichtung des Reichskammergerichts waren nun eher Juristen als Krieger gefragt. Aber wie beim konfessionellen Aspekt war auch dies ein längerfristiger Prozess.

Das Verhältnis der Adelsgesellschaften zu den Städten

Zumeist wird das Verhältnis zwischen Adel und Städten einseitig als konfliktgeladen dargestellt. Als Beispiel dienen von den Adeligen unter Vorwand provozierte Fehden und es wird das Bild des Raubritters heraufbeschworen. Adelsgesellschaften, die eine Konzentration militärischer Macht darstellten, wurden von den Städten, die ja selbst
eine ausgreifende Sicherungspolitik ihrer Handelswege betrieben, durchaus als Bedrohung angesehen. Diese Bedrohung kam aber aus Sicht sowohl der Städte als auch der Adeligen im gleichen Maße von den Fürsten. Die Städtebündnisse waren also nicht einseitig gegen den Adel gerichtet, in der Regel fanden sich wechselnde Bündnisse, so dass auch
die Städte auf Söldnertruppen zurückgriffen, die wiederum von Adeligen geführt wurden. Oder sie nahmen gar ganze Gesellschaften in ihren Sold, wie zum Beispiel die „Gesellschaft mit der Krone“ für die Stadt Augsburg, die „Gesellschaft mit dem Schwert“ für Ulm, oder die "Schlegler"
, welche für die Städte Worms und Speyer im Sold standen.

Zudem darf die zentrale Rolle nicht übersehen werden, welche die Stadt für die Gesellschaften spielte. Die Stadt stellte die „Bühne“ für das „Herrschaftstheater“ des Gesellschaftslebens des genossenschaftlich organisierten Adels dar. Die Burgen der Adeligen waren hierfür in den seltensten Fällen geeignet, einmal aus Platzgründen, zum anderen, weil die Burgen in der Regel nicht mehr als enge, schmutzige, ummauerte Bauernhöfe darstellten. Es hätte auch dem egalitären Prinzip widersprochen, wenn die Genossen, welche über einen repräsentativen Adelssitz verfügten, dadurch vor ihren Standesgenossen hervorgehoben worden wären.

Die Stadt war Gründungsort und weltlicher Sitz der Gesellschaften, die
die Infrastruktur der Stadt für ihre Belange nutzten: die Schreiber, die ihre Briefe ausfertigten, das Archiv, in dem diese Briefe hinterlegt wurden,
die Kämmerei, von der das Gesellschaftsvermögen verwaltet wurde, die Versammlungsräume, in denen Kapitelsitzungen und Festmahle begangen wurden, die Plätze, auf denen ihre Turniere ausgerichtet werden konnten. Vor allem bot nur eine Stadt die Möglichkeit, eine Vielzahl von Personen – neben den Gesellen selbst auch deren Frauen und Töchter und das Gesinde – sowohl unterzubringen als auch für mehrere Tage zu versorgen. Die Versammlung in einer Stadt bot auch die Möglichkeit, sich mit den Dingen des gehobenen Bedarfs einzudecken, seien es Rüstungen, Pferde, Kleidung, Schmuck oder Gewürze. Oft wurden die jährlichen Kapiteltreffen mit den Messeterminen der Stadt koordiniert.

So trafen sich die „Martinsvögel“ zur Klärung von internen Streitigkeiten und besonders von Geld- und Zinsangelegenheiten ausschließlich in Straßburg, die „Fürspänger“ in Schweinfurt, die „Löwler“ in Cham, die „Geselschaft mit Sant Gyren“ in Crailsheim. Dorthin waren auch Hilfsgesuche an die Genossen zu richten, was darauf hindeutet, dass die städtische Kanzlei ganzjährig für die Gesellschaft tätig war.
Dies zeigt auch, weshalb es für eine Stadt von Interesse sein konnte, Kapitelsitz einer Gesellschaft zu sein. Sie erlangte dadurch einen nützlichen Informationsvorsprung. Die „Gesellschaft vom Ayngehürn“ traf sich deshalb neben Regensburg auch in Amberg, um nicht von einer Kanzlei abhängig zu sein. Die „Gesellschaft mit Sankt Jörgenschild“
richtete ab 1433 das Amt eines eigenen Schreibers ein.
Mehrere Versammlungsorte finden sich auch bei überregionalen Gesellschaften. Der eben erwähnte „Sankt Jörgenschild“ hatte mehr als ein Dutzend solcher Versammlungsorte, darunter Augsburg, Ehingen, Engen, Konstanz, Meersburg, Pfullendorf,
Riedlingen und Stockach.
Die „Eselsgesellen“ trafen sich als Obere und Niedere Gesellschaft jeweils in Heidelberg und Frankfurt am Main. Die Löwengesellschaft versammelte sich in Wiesbaden und St. Goar. Andere Gesellschaften ließen den Ort der Versammlung offen. Die Gesellschaft „Fisch und Falke“ legte fest, dass ihr Kapitel zusammen mit dem jährlich abzuhaltenden Hof der „Vier-Lande-Turniere” abgehalten werden sollte, deren erstes 1479 in Würzburg stattgefunden hatte.

Die einzige Ausnahme stellten die Gesellschaften auf der Burg Friedberg dar. Dort hätte der Zweck dieser Gesellschaften – die Organisation des Zusammenlebens auf dieser Ganerbenburg – einen anderen Kapitelort nicht sinnvoll erscheinen lassen.

Einige Städte wurden so Gastgeber für mehr als eine Gesellschaft.
Dabei betrieben die Vertreter der Stadt, wie diverse städtische Rechnungsbüchern belegen, einen nicht unerheblichen Aufwand zu Ehren ihrer Gäste: festlicher Empfang auf dem Rathaus oder an einem anderen repräsentativen Ort der Stadt, gemeinsame Mahle, Weingeschenke, Überlassung von städtischen Dienern. Dahinter steckten handfeste wirtschaftliche Interessen, da die Städte vielfältig von den Besuchen der Gesellschaften profitierten. Die Herbergen, die Lebensmittellieferanten, das Handwerk (Tuchmacher und Schneider, Schuster, Maler, Schreiner, Sattler,
  Harnischmacher), Händler für Luxuswaren, Pferdehändler und weitere Dienstleister, vom Notar bis zum Musiker, und viele weitere mehr verdienten am Besuch von oft mehreren tausend Teilnehmern.
Beim Turnier in Heidelberg 1482 mussten 3.499 Pferde untergebracht werden, im selben Jahr in Nürnberg 4.200.
Ein weiterer Vorteil, Kapitelsitz einer Gesellschaft zu sein, lag darin,
dass dies planbare, jährlich wiederkehrende Ereignisse waren.

Neben dem ökonomischen Aspekt boten solche Veranstaltungen auch einen entsprechenden Unterhaltungswert für alle Schichten einer Stadt. Wenn die Stadt für die Adeligen eine Bühne darstellte, auf der sie sich präsentieren konnten, war diese Bühne für das städtische Patriziat ein Schaufenster, in dem es die höfische Lebensweise erlernen konnte.
Die häufigen städtischen Gesellenstechen – wie die städtischen Turniere genannt wurden – zeigen, dass die Städter bemüht waren, den höfischen Glanz zu kopieren, ja in vielen Fällen gar zu übertreffen.
Zur Wahrung der Exklusivität blieb dem Adel nur die ständische Abschottung, wie die erwähnte Verschärfung der Zulassungsregeln zu
den Gesellschaften zur Hochzeit des Turnierwesens belegt.

Bewertung

Abschliessend muss man feststellen, dass die einzelnen Gesellschaften, von der „Gesellschaft mit Sanktjörgenschild“ abgesehen, für sich genommen kaum gestaltenden und anhaltenden Einfluss auf ihre Umgebung ausüben konnten. Die Gesellschaften wurden zumeist von einer Herrschaft oder von Gegenbündnissen aufgelöst, neutralisiert oder für eigene Zwecke instrumentalisiert. Aber es entstanden immer neue Genossenschaften. Der „…Druck ständig nachwachsender Verbindungen …“ verhinderte eine grundsätzliche Liquidation.
„Die adlige Genossenschaft wurde zum stabilen Faktor politischer Organisation, welcher den Adligen, zumindest den reichsunmittelbaren, lange Zeit eine vorteilhaft ungeklärte Konkurrenz mehrfacher Loyalitäten zu ihren Lehensherren, zu den Dienstherren, zu ihren Einigungen und zum Reich aufrechtzuerhalten erlaubte“. Seit dem Privileg von 1422, welches dem Adel die genossenschaftliche Organisation gestattete, stellten die Gesellschaften für die Könige oder Kaiser einen Machtblock dar, den sie
als politisches Gegengewicht in ihren Auseinandersetzungen mit den Fürsten einsetzen konnten. Durch die – wortwörtlich – eigenständige Einübung von Verwaltungs- und Organisationsformen wurde so die Rolle des Adels in der späteren Reichsritterschaft vorbereitet.
Der Schwäbischen Bund als korporative Vereinigung erlaubte es den Fürsten und Städten, den Niederadel als standesgemäßen Verhandlungspartner zu akzeptieren. Der Trick bestand darin, dass nicht der einzelne Niederadelige der Verhandlungspartner war, sondern die Gesellschaft. Organisatorisch lässt sich deshalb eine Linie ziehen von der politischen Einbindung des Sankt Jörgenschildes als Kooperation im Schwäbischen Bund bis zur ständischen Organisation der verfassten Reichsritterschaft in der Mitte des 16. Jahrhunderts. Die Ritterkantone lehnten sich an die Kantonsstruktur des Sankt Jörgenschildes an, es wurden aber auch die Symbole anderer Gesellschaften tradiert.

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